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    Vorgeschichte: Die Gemeindeversammlung verabschiedete im Dezember 2015 einen Projektierungskredit für das Schulhaus Seedorf

    Am 2. Dezember hat die Gemeindeversammlung einen Kredit genehmigt, mit dem die Planung der Sanierung und Erweiterung des Schulstandorts Seedorf angegangen werden kann. Für das Schulhaus Baggwil war die Planung für eine umfassende Sanierung bereits eingeleitet worden. Die nötigen Arbeiten am Schulhaus Wiler können im Rahmen des ordentlichen Unterhalts ausgeführt und das Schulhaus noch eine Zeit lang ohne Gesamtsanierung weiterverwendet werden. Das Schulhaus Lobsigen hätte ebenfalls eine umfassende Sanierung nötig, die aber als unverhältnismässig aufwändig angesehen wird. Für eine Schuleingangsstufe ist Lobsigen zudem aufgrund der Schülerzahlen nicht der richtige Standort. Das Schulhaus Lobsigen soll deshalb mittelfristig aufgegeben und einer neuen Nutzung zugeführt werden.

    Erfahren Sie mehr zum Projekt aus der Vorlage an die Gemeindeversammlung:

     
     

    oft gestellte Fragen

    Interessierte konnten dem Projektteam per E-Mail eine Rückmeldung geben. Neben vielen positiven Rückmeldungen sind auch konkrete kritische Fragen eingegangen. Mit den untenstehenden Antworten möchte der Gemeinderat die Diskussion weiterführen.

    Aufgabe des Schulstandorts Lobsigen

    Warum konnte keine Lösung gefunden werden, die das Schulhaus Lobsigen einschliesst?

    Die Schulstandorte Seedorf und Baggwil müssen aufgrund ihrer Grösse und zentralen Lage sowieso weiterbetrieben werden. Das Zukunftsmodell sieht eine Aufgabe des Schulhauses Lobsigen nur deshalb vor, weil die genaue baufachliche Abklärung ergeben hat, dass in dieses Schulhaus nicht mehr investiert werden sollte. Das Schulhaus ist umfassend sanierungsbedürftig, was entsprechend hohe Kosten zur Folge hätte. Der Baufachmann empfahl, dieses Geld besser in einen Ersatzneubau zu investieren, z. B. in einen kleinen funktionalen Neubau für einen Cycle élémentaire (CE = KG + 1. Kl.). Gegen die längerfristige Platzierung eines CE in Lobsigen sprechen aber die geringen Schülerzahlen. Um die Schulwege für die kleinen Kinder insgesamt so kurz wie möglich zu halten, sind deshalb Seedorf, Baggwil und Wiler die am besten geeigneten Standorte für eine Schuleingangsstufe (CE).

    Kann die Lobsiger Bevölkerung damit rechnen, dass weiterhin Raum für das öffentliche Leben zur Verfügung steht?

    Dass die Aufgabe des Schulstandorts Lobsigen bei der Dorfschaft Befürchtungen auslöst, kann der Gemeinderat gut verstehen. Das Schulhaus wird für lokale Anlässe genutzt und hat damit die Funktion einer Begegnungsstätte, die mit der Aufgabe des Schulstandorts verloren zu gehen droht. Der Gemeinderat will gemeinsam mit der lokalen Bevölkerung neue Lösungen suchen. Erste Gespräche haben stattgefunden. Die Bevölkerung ist eingeladen, ihre Vorstellungen, Bedürfnisse und Ideen zur weiteren Nutzung der Liegenschaft/Parzelle beim Gemeinderat einzubringen.

    Die Schülerzahlen können schnell wieder ändern. Warum wird so stark auf diese abgestellt?

    Bei den Schülerzahlen können wir nur auf Trends abstellen. Der Zuzug/Wegzug von einzelnen Familien mit Schulkindern kann diese Zahlen kurzfristig beeinflussen. Für die längerfristige Schulraumplanung, wenn es also um den Bau bzw. die Aufgabe von Schulraum geht, sind diese kurzfristigen Schwankungen aber nicht erheblich. Schulraum muss mit einem Zeithorizont von mehreren Jahrzehnten geplant werden. Eine laufende exakte Passung von Schülerzahlen und Klassenräumen ist nicht möglich. Für die kurzfristigen Schwankungen müssen kurzfristige Lösungen gefunden werden.
    In Lobsigen gibt es zwar leerstehende Häuser, aber wenig neu überbaubare Fläche. Damit ist das Potenzial von stark zunehmenden Kinderzahlen nicht gegeben.

    Wie gut war der Bauexperte mit den örtlichen Gegebenheiten vertraut bzw. darüber informiert?

    Der Baufachmann, der das Potenzial der Schulstandorte analysiert hat, war so weit möglich und sinnvoll über die Gegebenheiten informiert. Die Projektgruppe, die Bildungskommission und der Gemeinderat diskutierten mit ihm ausführlich über seine Einschätzungen (auch unter Einbezug des Seedorfer Bauverwalters). Die baufachlichen Empfehlungen basieren damit auch auf dem Wissen und der Einschätzung der Mitglieder dieser Gremien und stimmen mit diesem überein.

    In der Gemeinde gibt es noch ältere Schulhäuser als dasjenige in Lobsigen. Warum wird nicht ein anderes Schulhaus aufgegeben?

    Die Schulstandorte Seedorf und Baggwil müssen aufgrund ihrer Grösse und zentralen Lage sowieso weiterbetrieben werden. Das Zukunftsmodell sieht eine Aufgabe des Schulhauses Lobsigen nur deshalb vor, weil die genaue baufachliche Abklärung ergeben hat, dass in dieses Schulhaus nicht mehr investiert werden sollte. Das Schulhaus ist umfassend sanierungsbedürftig, was entsprechend hohe Kosten zur Folge hätte. Der Baufachmann empfahl, dieses Geld besser in einen Ersatzneubau zu investieren (z. B. in einen kleinen funktionalen Neubau für einen Cycle élémentaire (CE = KG + 1. Kl.). Gegen die längerfristige Platzierung eines CE in Lobsigen sprechen aber die geringen Schülerzahlen. Um die Schulwege für die kleinen Kinder insgesamt so kurz wie möglich zu halten, sind deshalb Seedorf, Baggwil und Wiler die am besten geeigneten Standorte für eine Schuleingangsstufe (CE).

    Beim Schulhaus Wiler ist das Entwicklungspotenzial heute schwierig einschätzbar. Wenn das Schulhaus regelmässig baulich unterhalten wird, kann es noch mehrere Jahre im heutigen Zustand weiter betrieben werden. Wiler weist gegenüber Lobsigen auch leicht höhere Schülerzahlen auf, was für die Beibehaltung eines CE in Wiler spricht. Der zukünftige Raumbedarf im Schulhaus Wiler wird durch die Schulraumstrategie der Gemeinde und durch die Bevölkerungsentwicklung in den nächsten Jahrzehnten bestimmt. Auch hier wird sich einmal die Frage stellen, ob das Schulhaus noch sinnvoll saniert werden kann. Heute ist dies noch nicht vordringlich.

    Sanierung/Neubauprojekt am Schulstandort Seedorf

    Besteht nicht die Gefahr, dass das Schulhaus Seedorf mit Anbau längerfristig überdimensioniert ist?

    So lange kein definitiver Entscheid über das Schulmodell für die Sekundarstufe I gefällt ist, brauchen wir alle Schulzimmer, die im Zukunftsmodell eingeplant sind. Falls die beiden Realschul-Klassen (7.-9. Klasse) einmal in eine andere Gemeinde ausgelagert werden können, würden zwei Klassenzimmer mit Gruppenräumen frei. Je nach Entwicklung der Schülerzahlen und anderer Rahmenbedingungen (Klassengrössen, Sparbeschlüsse des Kantons) kann anschliessend mit einer weiteren Rochade an allen drei weiter betriebenen Standorten (Seedorf, Baggwil, Wiler) je eine vollständige Klassenreihe vom Kindergarten bis in die 4. Klasse geführt werden. Damit wäre das Ziel einer sinnvoll dezentralen Struktur noch besser erfüllt. In der Folge würden grundsätzlich an den Standorten Seedorf und Baggwil noch je ein Klassenzimmer frei stehen. Da der Raumbedarf der Schule laufend wächst und niemand die weitere Entwicklung der Schülerzahlen genau voraussehen kann, ist es sinnvoll, jetzt nicht zu knapp zu planen. Das Zukunftsmodell bietet den nötigen Spielraum für eine zukunftsoffene und flexible Schulraumplanung.

    Projektwettbewerb: Warum braucht es einen Projektwettbewerb zum Betrag von 183'000 CHF? Was ist genau darin enthalten?

    Dieses Verfahren ist die bestmögliche Lösung, um die notwendige Qualität der Planung für ein Projekt dieser Grössenordnung und Bedeutung von Beginn weg sicher zu stellen. Bau- und Schulverantwortliche, aber auch kritische Anspruchsgruppen wie die kantonale Denkmalpflege sind bei der Erarbeitung des Projekt-Pflichtenhefts und der Auswahl des Projektvorschlags frühzeitig und optimal einbezogen. Gleichzeitig gewährleistet der Projektwettbewerb eine Auftragsvergabe mit der notwendigen Sorgfalt und Rechtssicherheit und minimiert so die Risiken für spätere Umtriebe der Gemeinde.

    Zur Auswahl des Planer-Teams hat sich der Gemeinderat nach Abwägung der Projektrisiken für einen professionell durchgeführten Projektwettbewerb entschieden. Aufgrund der gesetzlichen Vorgaben des Beschaffungswesens muss der Planer-Auftrag ohnehin öffentlich ausgeschrieben werden. Aus den eingehenden Bewerbungen werden die geeigneten Teilnehmer-Teams für den Projektwettbewerb ausgewählt. Das Auswahlgremium setzt sich aus Vertretern der Gemeinde, der Schule und externen Fachleuten zusammen, wobei die Gemeinde die Oberhand behält. Im Wettbewerb reichen die ausgewählten Planer-Teams konkrete Projektvorschläge zu Architektur, Ingenieurbau, Haustechnik und Umgebungsgestaltung sowohl für die Sanierung des Altbaus als auch für die Erweiterung ein. Der beste Vorschlag und das dahinter stehende Planer-Team werden vom gleichen Gremium für die Weiterbearbeitung ausgewählt.

    Warum ist die Sanierung der Mehrzweckhalle nicht einbezogen?

    Die Mehrzweckhalle ist unterhaltsbedürftig, die Anforderungen an Sicherheit und Energieverbrauch werden heute nur teilweise erfüllt. Bezüglich Zugänglichkeit entspricht sie den heutigen Vorschriften. Die nötigen Arbeiten (Ersatz der Fenster, Ersatz des Hallenbodens, Anpassung der Geländer an die heute geltende Norm, usw.) können jederzeit vorgenommen werden. Sie werden soweit sinnvoll mit den Bauarbeiten beim Schulhaus koordiniert.

    Ist der Projektierungskredit von 530‘000 CHF in der Gesamtinvestition von 4,7 Mio. CHF eingerechnet?

    Ja. Die Höhe des Projektierungskredits wurde von der Schätzung der gesamten Investitionskosten (ca. 4,7 Mio. CHF) abgeleitet. Die gesamten Investitionskosten umfassen auch diesen Kredit.

    Wie weit müssen die geplanten Investitionen durch Fremdmittel finanziert werden?

    Die Kosten werden voraussichtlich nur zu einem kleinen Teil durch eigene Mittel gedeckt werden können, der grösste Teil muss durch die Aufnahme von Fremdmitteln finanziert werden. Momentan ist die Lage am Kapitalmarkt dafür aber günstig, können doch langfristige Darlehen mit einer Laufzeit von 10 Jahren zu weniger als 1 % aufgenommen werden.

    Warum fehlen in der Kostenberechnung die Kosten für die Auslagerung von Klassen während den Bauzeiten?

    In diesen Beträgen sind keine Kosten für Provisorien eingerechnet, weil alle Klassen während der Bauphasen in bestehenden Klassenzimmern in anderen Schulhäusern der Gemeinde untergebracht werden können. Dies ist machbar, obwohl es kurzzeitig zu sehr knappen Raumverhältnissen und zusätzlichem Aufwand für das Lehrpersonal führt.

    Die Neubaukosten von 2,213 Mio. CHF dividiert durch die Hauptnutzfläche von 388 m2 ergeben einen Quadratmeter-Preis von 5‘703 CHF. Und darin sind noch keine Projektkosten und Nebenkosten gerechnet. Ist das die Norm?

    Die Schätzung der Baukosten wurde von einem ausgewiesenen Baufachmann vorgenommen. Sie basiert auf einem allgemein anerkannten Kostenkennwert des Schweizerischen Ingenieur- und Architektenvereins (Kostenkennwert SIA 416). Dabei werden nicht nur die Hauptnutzflächen (388m2), sondern die gesamte Geschossfläche (inkl. Verkehrsflächen, Haustechnik, usw.) eingerechnet. Für den vorgesehenen Neu-/Erweiterungsbau in Seedorf wird diese auf 640m2 geschätzt. Der Kostenkennwert beträgt 3‘456 CHF pro Quadratmeter (alles inklusive). Die Kostengenauigkeit dieser Schätzung beträgt zu diesem Zeitpunkt wie üblich nur +/- 25%. Resultat der Projektierungsphase sind ein ausgearbeitetes Bauprojekt und ein genauer Kostenvoranschlag. Auf dieser Grundlage kann dann im Hinblick auf die Urnenabstimmung für den Baukredit über den Ausbaustandard diskutiert werden.

    Welcher Standard ist für den Ausbau der Schulräume vorgesehen?

    Das Zukunftsmodell bringt auf einer gegenüber dem heutigen Stand um 8% verkleinerten Gesamtfläche eine deutlich bessere Qualität des Schulraumprogramms: Für alle Klassen sind Gruppenräume in unmittelbarer Nähe vorgesehen. Damit wird den Ansprüchen heutiger Pädagogik (moderne Lehr- und Lernformen: Arbeitsaufträge, Gruppenarbeiten, Projektunterricht) besser entsprochen. Bei der Ausstattung der Räume wird weiterhin keine Luxuslösung angestrebt, sondern eine solide und für den modernen Unterricht genügende Infrastruktur. Ziel ist eine gute Lernumwelt für die Schülerinnen und Schüler und attraktive Arbeitsbedingungen für Lehrpersonen.

    Warum wird nicht in Seedorf gleich ein grosses Schulhaus für alle Schulkinder der Gemeinde gebaut?

    Der Gemeinderat hält an seiner Strategie der dezentralen Schulstandorte fest. Eine Mehrheit der kleinen Kinder kann dadurch noch zu Fuss zur Schule gehen. Eine Zentralisierung in Seedorf hätte gesamthaft längere Schulwege zur Folge. Zudem würde dies eine deutlich höhere Investition mit vielfacher Kostenfolge bedeuten. Deshalb soll die Strategie verfolgt werden: Wo möglich sanieren und erhalten (Seedorf, Baggwil, Wiler), wo nötig aufgeben (Lobsigen, Ruchwil) und wo sinnvoll eine Erweiterung bauen (Seedorf).

    Vorgehen / Prozess

    Warum wird mit den Sanierungsarbeiten nicht gewartet, bis eine Lösung für die Sekundarstufe I besteht?

    In den letzten Monaten sind in einem separaten Teilprojekt verschiedene Abklärungen vorgenommen worden. Zurzeit besteht aber noch kein gangbarer Lösungsvorschlag für ein durchlässiges Schulmodell für die Sekundarstufe I. Es ist unwahrscheinlich, dass sich dies kurzfristig ändern wird. Solange kein definitiver Entscheid gefasst worden ist, müssen die zwei Realschul-Klassen (7.-9. Klasse) in geeigneten Räumen unterrichtet werden können. Die Schulanlage Baggwil bietet alles, was die Realklassen benötigen.

    Die Sanierung der bestehenden Schulliegenschaften (inkl. Baggwil) ist dringend. Es darf hier nicht mehr gewartet werden, da sonst der Werterhalt nicht gesichert ist und die Schulhäuser langsam verfallen. Zudem ist die Schule auf eine Modernisierung des Raumangebots angewiesen, wenn sie zeitgemässen Unterricht bieten will. Deshalb haben Bildungskommission und Gemeinderat beschlossen, die Sanierung separat voranzutreiben. Die Suche nach einem durchlässigen Modell bleibt weiterhin der Auftrag des Gemeinderats und der Bildungskommission. Das vorgeschlagene Zukunftsmodell lässt dafür Spielraum. Sowohl eine Auslagerung der gesamten Oberstufe in eine andere Gemeinde, wie auch eine eigene Oberstufe in Seedorf (bauliche Platzverhältnisse) bleiben weiterhin grundsätzlich möglich.

    Warum wird die Schulstruktur schon wieder geändert? Die letzte Reform ist noch nicht lange her.

    Einige der Seedorfer Schulhäuser sind dringend sanierungsbedürftig. Dies war eine der Grundlagen für den Start des Projekts „Schulen Seedorf 2020“. Damit die pädagogisch sinnvolle Nutzung der Räumlichkeiten durch die Schule und der Werterhalt sichergestellt werden kann, muss die Sanierung bald angepackt werden. Weil man bei einer grösseren Sanierung vorher überlegen muss, was die zukünftige Nutzung sein wird, wurde die gesamte Schulstruktur überprüft und neu geplant. Mit dem Zukunftsmodell können wir nun neben der Sanierung der gemeindeeigenen Schulhäuser noch von diversen weiteren Vorteilen profitieren: kürzere Schulwege, grosser dynamischer Schulstandort im Zentrum, Verbesserung des Raumprogramms für die Schule, Anpassung an moderne Anforderungen bei Sicherheit, Energieverbrauch und Zugänglichkeit.

    Warum wurde die Bevölkerung nicht vermehrt einbezogen und informiert?

    In einer ersten Phase des Projekts legte der Gemeinderat und die Bildungskommission im Herbst 2014 der interessierten Bevölkerung drei ausgewählte Varianten für eine mögliche zukünftige Schulstruktur vor. In einer grossen Veranstaltung wurde informiert, diskutiert und eine Umfrage vorgenommen. Auch die Dorfschaften und Parteien brachten sich mit eigenen Stellungnahmen ein. Eine Medienmitteilung des Gemeinderates informierte dann über das Ergebnis der Umfrage und das weitere Vorgehen. Die in diesem Mitwirkungsprozess bevorzugten Varianten dienten als Grundlage für die weitere Planung.
    Im Frühjahr 2015 wurde dann eine detailliertere baufachliche Abklärung vorgenommen. Zudem zeigte sich bald, dass vorläufig für die beiden Realschul-Klassen Schulraum bereitgehalten werden muss. Die Projektgruppe entwickelte aus diesen Einsichten und Vorgaben eine neue Lösungsvariante. Diese wurde in der Bildungskommission und im Gemeinderat ausführlich diskutiert. Vor den Sommerferien 2015 informierte der Gemeinderat via Medien über die Eckpunkte des damals vorliegenden Vorschlags.

    Im Spätsommer 2015 wurden dann sowohl Lehrpersonen/Schulleitung wie auch Parteipräsidien/Dorfschaften/Elternforum in separaten Veranstaltungen über den Projektstand informiert. Die Anwesenden konnten die Vorschläge diskutieren und bewerten, und ihre Meinungen, Bedenken und Vorschläge einbringen.

    Seit Mitte September 2015 stand der Bevölkerung online eine ausführliche Information über das Projekt zur Verfügung. Rückmeldungen konnten via E-Mail an das Projektteam geschickt oder telefonisch bei Vreni Remund angebracht werden. Die Rückfragen wurden anschliessend gesammelt und hiermit in der Form von „oft gestellten Fragen“ (FAQ) auf der Website beantwortet.

    Im Vorfeld der Gemeindeversammlung wird für die Seedorfer Öffentlichkeit zudem noch eine Informationsveranstaltung zum Projekt durchgeführt: 26. November 2015, 19.30 Uhr, Mehrzweckhalle Seedorf. Wichtig: Auch in der Gemeindeversammlung selber darf und soll noch diskutiert werden. Hier können letzte Fragen geklärt und Einwände vorgebracht werden.

    Wurde die Meinung der Lehrpersonen eingeholt?

    Sowohl im Herbst 2014 wie auch im Spätsommer 2015 wurden die Lehrpersonen in eigenen Workshops parallel zu den anderen Veranstaltungen ausführlich informiert und befragt. Sie konnten die Vorschläge diskutieren und ihre Meinungen, Bedenken und Vorschläge einbringen. Die Projektgruppe konnte aus allen Veranstaltungen jeweils wichtige Hinweise für den weiteren Projektverlauf mitnehmen.

    Für die konkrete Planung der Sanierung und des Bauprojekts in Seedorf, für die Sanierung in Baggwil und für den Unterhalt in Wiler werden die Schulleitung und die Lehrkräfte als zukünftige NutzerInnen und Fachleute für den Unterricht eng einbezogen.

    Gegenüber der Mitwirkungsveranstaltung vom Herbst 2014 wurde ein grosser Richtungswechsel vorgenommen. Warum wurde nicht auf der Grundlage des damaligen Ergebnisses weitergearbeitet?

    Alle Varianten, die an der Mitwirkungsveranstaltung vorlagen, rechneten mit einer definitiven Lösung für die gesamte Oberstufe. Die beiden in der Umfrage im Herbst 2014 bevorzugten Varianten enthielten vier Schulstandorte, also auch Lobsigen. Auf dieser Grundlage wurde weitergearbeitet. Der Gemeinderat beauftragte dann eine Projektgruppe mit der Vorbereitung einer Vorlage für einen Projektierungskredit an die Gemeindeversammlung für die Sanierung der Schulliegenschaften. Die Frage des Schulmodells für die Sekundarstufe 1 wurde in einem separaten Teilprojekt weiterverfolgt, wobei sich hier schnell zeigte, dass keine kurzfristige Lösung möglich ist. Eine erhebliche Änderung gegenüber der ursprünglichen Ausganglage bedeutete deshalb, dass die beiden Realschul-Klassen in die bestehende Schulstruktur integriert bleiben müssen, bis der Entscheid bezüglich der Zukunft der Sekundarstufe 1 gefällt ist.

    Das heute vorliegende Zukunftsmodell sieht eine Aufgabe des Schulhauses Lobsigen vor, weil die genaue baufachliche Abklärung ergeben hat, dass in dieses Schulhaus nicht mehr investiert werden sollte. Das Schulhaus ist umfassend sanierungsbedürftig, was entsprechend hohe Kosten zur Folge hätte. Der Baufachmann empfahl, dieses Geld besser in einen Ersatzneubau zu investieren, z. B. in einen kleinen funktionalen Neubau für einen Cycle élémentaire (CE = KG + 1. Kl.). Gegen die längerfristige Platzierung eines CE in Lobsigen sprechen aber die geringen Schülerzahlen. Um die Schulwege für die kleinen Kinder insgesamt so kurz wie möglich zu halten, sind deshalb Seedorf, Baggwil und Wiler die am besten geeigneten Standorte für eine Schuleingangsstufe (CE).

    Warum wird das Schulhaus Matzwil nicht einbezogen?

    Zusammen mit den Gemeinden Radelfingen und Wohlen betreibt Seedorf in Matzwil eine gemeinsame Primarschule (1. bis 6. Klasse). Aus der Gemeinde Seedorf betrifft diese Lösung die Kinder von Frieswil. Diese Primarschule ist vom vorliegenden Projekt nicht betroffen und soll so weitergeführt werden.

    Was ist gemeint mit „die bestehenden Schulstrukturen genügen den Bedürfnissen nicht mehr“?

    Die 2010 beschlossene Schulstruktur ist unbefriedigend:

    • Das Schulhaus Seedorf ist seit dem Auszug der 5./6. Klasse unterbelegt.
    • Das Schulhaus Lobsigen ist kein idealer Standort für alle drei 5./6.-Klassen und kann nur als Übergangslösung betrachtet werden. Wegen der ungenügenden Infrastruktur müssen diese Klassen für diverse Unterrichtsstunden (Gestalten, Sport) nach Seedorf pendeln.
    • Der Kindergartenstandort Ruchwil steht einem Zusammenrücken des Kindergartens und der 1./2. Klasse entgegen, wie dies für die Eingangsstufe (Cycle élémentaire) auf dem gesamten Gemeindegebiet vorgesehen ist.
    • Insgesamt sind relativ viele Schülerinnen und Schüler auf Schulbus-Transporte angewiesen, weil die Schulwege zu lang sind.
    • Die Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe 1 (Real und Sek.) können mit der heutigen Schulstruktur nicht von den Vorteilen eines durchlässigen Modells profitieren, wie dies in der grossen Mehrzahl der Gemeinden im Kanton Bern heute möglich ist.

    Schulen Seedorf - Bernstrasse 72 - 3267 Seedorf - 032 391 99 50 - info(at)schulen-seedorf.ch